Selbstverteidigung für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen beim BSC Linden
Seit Februar 2024 bietet der Budo Sportclub Linden e. V. ein einzigartiges Selbstverteidigungstraining an, das speziell für blinde, stark sehbeeinträchtigte und sehende Menschen entwickelt wurde. Unter der Leitung von Achim Vohl lernen die Teilnehmenden in der inklusiven Gruppe „Kanjiru-Jitsu“ – was im Japanischen „Spüren“ oder „Fühlen“ bedeutet – Techniken zur Abwehr von Kontaktangriffen. Mit viel Einfühlungsvermögen und einem Fokus auf individuelle Bedürfnisse hat der Trainer ein Programm entwickelt, das den besonderen Anforderungen gerecht wird und zugleich Spaß an der Bewegung sowie das Gemeinschaftsgefühl in den Vordergrund stellt.
Im Training werden die Übungen an das individuelle Tempo der Teilnehmenden angepasst, und Achim Vohl sorgt für eine sichere Umgebung. Markierungen auf der Mattenfläche und kontrastierende Trainingskleidung erleichtern die Orientierung. Neben Befreiungsgriffen und Konterangriffen wird auch das richtige Fallen geübt, wodurch nicht nur körperliche Fähigkeiten, sondern auch Selbstvertrauen und Sicherheit gestärkt werden. Aktuell trainiert die Gruppe regelmäßig dienstags ab 18.00 Uhr, und Interessierte sind herzlich eingeladen, sich anzumelden.
Die Initiative des BSC Linden hat bereits großes Interesse geweckt. Nach Berichterstattungen in lokalen Medien plant der Verein, seinen Ansatz auf andere Zielgruppen auszuweiten. So wurde am 15. März 2025 ein erster Workshop für taubblinde Menschen durchgeführt, bei dem die Umsetzbarkeit von Trainings mit persönlicher Assistenz getestet wurde.
Der BSC Linden setzt damit ein starkes Zeichen für Inklusion und Barrierefreiheit im Kampfsport.
